Die fremde Freundin

Die Frau an der Haltestelle warst nicht mehr du.

Kaugummi kauend, gleichgültig guckend lässt du jegliche Begrüßung unter den Tisch fallen.

Ein aufforderndes ‚Komm!‘ von dir treibt mich zur Eile. 

Wieso hetzen wir? Was hast du vor? Wohin soll ich dir folgen?

Zögernd vertraue ich auf dich, werde in deine Abgründe geführt.

Während du aus einem Einkauf ein Drama machst, höre ich aus weiter Ferne dein altes Ich flüstern: „Sieh! So schlimm ist es inzwischen geworden!“

„..ohne dich“, fügt mein Gewissen still hinzu.

 

Ich greife nach dir, doch du bist wieder weg. 

Nur noch die fremde Frau. 

Die fremde Freundin.

  
  
Nachts liege ich wach und trauere,

bedauere dein neues Ich.

Es hat Hunger, doch sind ihm Speisen aller Art zuwider geworden.

Öde. Gleichgültig. Langweilig.

  
Ich hoffe, bete für dein neues Ich.

Möge es sich nicht an die Person erinnern, die ich zu lieben gelernt habe. 

– Es würde daran zerbrechen. 

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