Mattgrau

Ich schlüpfte aus dem Ei und sah

Mattgraue Scherben, so unbesonders.

Mein Nest hatte zu wenig Zweige

Und immer zog der Wind eiskalt hindurch.

 

Meine mattgraue Faltenhaut war so verwundbar,

Stets schützten meine Eltern mich.

Allein blieb ich im Nest zurück,

Wartend auf des Lebens Sinn.

 

Mit meinen mattgrauen Federn kamen schillernde Träume.

Mein Sprung glich einem langen Fall,

Doch meine unbesonderen Flügel trugen mich.

Ich schlug mit all‘ meiner Kraft.

 

Viele bunte Vögel flogen schöner als ich.

Sie waren hübsch anzusehen, schillernd.

Gewitter und Stürme zerzausten mein mattgraues Gefieder.

Doch stets kam ich heil ans Ziel.

 

Als mattgrauer Vogel gehe ich zwischen den Exoten unter.

Doch mein Gesang ist so bunt,

Wie das Gefieder der bunten Vögel.

Und so schillernd, wie meine Träume.

 
 

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2 Gedanken zu “Mattgrau

  1. Mattgrau kann von unheimlicher schönheit sein. Und gehalt ist das, was schönheit macht. Äusseres verpricht manchmal mehr als es dann hält. Wichtig ist liebevoll zu betrachten, denn dann gäbe es nur schönes .. einen herzlichen sonntaggutenmorgengruß, dieses gedicht hat mich ganz tief berührt, danke.

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