Nieselregenexistenz

Es ist gerade Mittagsszeit und der Tag schmeckt bereits wie ein alter Kaugummi. 

 
Genervt schaue ich mich nach einem Papierkorb um.  

Überall Menschen. Lärm. 

Kinderwagen in überfüllten Bussen, schlechte Handylautsprecher, laute Gespräche, allgemeines Gemurmel, ein Handyklingeln, ein bellender Hund, Schulausflug, aufdringliches Liebespaar.

   

DA! 

Mitten im Wirrwarr der Stimmen ein stummer Satz: 

„J’existe“ – ich existiere.

 

Ich halte inne, lasse den Blick über meine blecherne Bekanntschaft wandern. 

Ich spucke den Rest des zerkauten Tages in ein Taschentuch, ehe ich es dem Papierkorb anvertraue.

„J’existe“, behält dieser sein Statement bei.

 

Eine Weile stehe ich noch neben ihm, lasse ein paar Busse an mir vorbeifahren.

„J’existe“, möchte auch ich glauben.

  

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3 Gedanken zu “Nieselregenexistenz

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