In der Weihnachtsbäckerei

…oder: Warum halte ich das Jahr für Jahr für eine gute Idee?

  

  

Heiligabend rückt immer näher und erstaunt muss ich feststellen, dass ich noch keine Weihnachtsgeschenke eingekauft habe.

Es ist Samstag, die Sonne scheint und mich überkommt der Tatendrang.

Auf geht’s! 

Ein kurzer Blick ins Portemonnaie bringt mich wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. 

Damit konnte ich keine elf Geschenke auftreiben – und ich teilte meinen Eltern mit ihren jeweiligen Partnern auch nur ein Geschenk zu. Paargeschenke und so..

Also kam mir eine Idee:

Plätzchen! 

Wenn ich für jeden eine Portion Plätzchen backen würde..? Noch schön verpacken und fertig. Ohnehin schenken wir uns im Freundeskreis ja nur Kleinigkeiten.  

Eine halbe Stunde später stehe ich im Kaufland und bin überfordert.

Zitronat, Orangeat, Hefe…das klingt alles nach Backen, also rein in den Korb.

Couverture ist auch wichtig, gerade, wenn der Teig so wie letztes Jahr nach nichts schmeckt. 

 

Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass ich nicht backen kann? 

 

Jedenfalls sichere ich mich ab und hole lieber zu viel, als zu wenig. Bei 11 Leuten, die ja im Grunde sogar 13 sind, kann man gar nicht zu viel backen. 

An der Kasse zahle ich etwas mürrisch den Betrag. Egal – damit habe ich immerhin für alle Weihnachtsgeschenke gesorgt!

 

Zuhause lege ich die Butter in die Nähe der Heizung, die Couverture gleich dazu. So brauche ich gleich weniger Zeit zum Zubereiten des Teigs.

Mürbeteig, ganz simpel dieses Jahr!

 

Zehn Minuten später ist es der Teig selbst, der mich zermürbt.

Wieso krümelt die Scheiße denn so? Fehlt da nicht Milch? Wasser vielleicht? Sahne? 

Mit verklebten Fingern überprüfe ich das Rezept auf meinem Handy. 

Nein, keinerlei Flüssigkeit benötigt.

Grummelnd wickel ich den Klumpen in Frischhaltefolie ein und verbanne ihn in den Kühlschrank. 

Dann räume ich auf und bereite die nächsten Schritte vor. 

Dabei fallen mir zwei Dinge ein:

Erstens, ich habe gar kein Nudelholz.

Zweitens, fehlen mir Ausstechformen!

Deswegen hatte ich letztes Jahr diese Alternativ-Teighäufchen auf Oblaten gepackt. 

Ruhe bewahren, dann gehe ich eben noch schnell zu Rewe, die haben doch so etwas.

   

Zwanzig Minuten später bin ich zwanzig Euro ärmer.

Aber jetzt habe ich ein Nudelholz, einen Silikonpinsel für die Couvertüre und Zuckerfarbstifte von Dr.Oetkar, mit denen man ganz tolle Verzierungen machen kann. Und Zuckeraugen für meine Spezial-Elch-Plätzchen! 

Der Teig ist nach der Pause im Kühlschrank auch etwas handzahmer und lässt sich super auf der Arbeitsfläche ausrollen. 

Als Ausstechform hält ein Schnapsglas her. Gibt es eben nur runde Plätzchen. 

Wie jedes Jahr muss ich das zugeschnittene Backpapier nochmal zuschneiden, weil mein Blech scheinbar nicht die Norm ist.

Dann schiebe ich das Rohmaterial der Weihnachtsgeschenke in den Ofen.

 

 

Epilog: 

Ich habe 60 Plätzchen, von denen die Hälfte mit Schoko bestrichen ist.

Die andere Hälfte fiel den bunten Zuckerstiften zum Opfer.  

Meine Weihnachtsbäume sehen aus wie grüne Kackhaufen an rotem Faden (es gab kein Braun für den Stamm, also nahm ich rot).

Die Spezial-Elch-Plätzchen sehen aus wie verwirrte Schweine.

„Wie gewollt und nicht gekonnt“, ploppt eine Phrase in meinem Kopf auf. 

Ach…und ich habe mehr Zutaten übrig, als ich gebraucht habe.

Zitronat, Orangeat, Hefe, Vanillinzucker, Backpulver, Rosinen und und und..

Ich ärgere mich.

Statt endlich weihnachtstaugliche Geschenke zu haben, hat sich das jährliche Backdesaster wiederholt.

Ich habe kein Geld gespart, sondern viel zu viel ausgegeben. Und verschenken kann man die Produkte auch nicht. 

Und damit nicht genug, futtere ich die meisten der Zuckerstift-Verfehlungen alleine. Wer braucht schon Abendbrot? 

Im Endeffekt lande ich wieder dort, wo ich auch letztes Jahr endete: Vor dem PC.

Doch statt wie jeder normale Mensch einfach Geschenke zu bestellen, stürze ich mich in das nächste Desaster. 

Do it yourself – Seiten!

Dass ich eigentlich nicht basteln kann, hatte ich schon erwähnt, oder?

  

  

  

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4 Gedanken zu “In der Weihnachtsbäckerei

  1. Die Zuckerstift-Dinger sind wirklich unschenkbar. Die Pseudo-Elche gehen am Dienstag an eine Freundin,die weiß,dass ich nicht backen kann.
    Einen zweiten Anlauf starte ich trotzdem noch: Immerhin habe ich ja noch Zutaten da. Und das Internet wimmelt von Rezepten.

    Gefällt 1 Person

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